Im Kampf gegen den Büroschlaf

Das Bürozimmer, in dem ich täglich meinen Copy-and-paste-Job verrichte, ist das erste auf dem Flur. Die zweite Tür führt zur Damentoilette, die dritte in die Teeküche. Da mir jobbedingt nicht mehr Bewegung vergönnt ist als das Hin-und-Her-Schubsen der Maus, schaltet mein Organismus gern auf Sparflamme und würde die Zeit am liebsten für ein Nickerchen nutzen. Zur oben begonnenen Bürotopographie muss ich hinzufügen: Das Zimmer meines Chefs liegt direkt gegenüber. Er und mein Organismus vertreten diametral entgegengesetzte Interessen. Ich bemühe mich also nach Kräften, nicht schnarchend vom Stuhl zu fallen, sondern mit engagiert-interessiertem Blick auf den Bildschirm mein JA zur Unternehmensphilosophie zu unterstreichen und die Maus so euphorisch wie möglich über das Mauspad zu schubsen.

Womit wir beim Thema wären. Bewegung hält wach, aber die siebeneinhalb respektive zehneinhalb Schritte zu den oben genannten Örtlichkeiten, die man im Laufe eines Arbeitstages gemeinhin des Öfteren aufsucht, reichen einfach nicht aus. Also muss ich die Frequenz steigern. Der Gang zur übernächsten Tür, hinter der sich die Kaffeemaschine verbirgt, erhöht auf natürliche Weise die Zahl der Gänge zur unmittelbar angrenzenden Tür. Besonders dankbar bin ich, wenn grad kein Kaffee da ist, dann muss ich nämlich erst welchen aufsetzen und darf die Strecke gleich zweimal laufen. Der Burner ist, wenn zudem die Kaffeebüchse oder die Dosenmilch leer ist: Kaffee und Milch werden nämlich im Büro des Kollegen ganz am anderen Ende des Flurs gebunkert, was a) meine tägliche Schrittzahl in die Höhe schnellen lässt und mir b) die Möglichkeit zu geistreichen Schlagabtauschen mit besagtem Kollegen eröffnet, à la „Moin, wollt nur mal Kaffee holen“, „Aber mach ihn nich‘ wieder so stark, dass der Löffel senkrecht drin stehn bleibt“. Das mit dem senkrecht in der Kaffeetasse stehenden Löffel ist zur Zeit DAS Bonmot in der Abteilung. Man kontert gern mit Schnippischem zu Blümchen-Bodenseh-Kaffee für Magenkranke. In letzter Zeit scheint sich allerdings letzterer durchzusetzen. Seither fülle ich die Filtertüte immer bis ganz zum Rand.

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