Wissenschaft erklärt – heute: Topologie

Die Topologie ist ein Teilgebiet der Biologie und beschäftigt sich mit Maulwürfen. Der Terminus ist ein Lehnwort aus dem Spanischen („topología“) und setzt sich zusammen aus „topo“ – Maulwurf – und „logía“ – Lehre. Die Topologie ist eine verhältnismäßig junge Disziplin und hat ihren Ursprung in der Maulwurfplage, die Spanien 1974 heimsuchte und die fast sämtliche Stierkampfarenen des Landes in unwirtliche Erdhügelfelder verwandelte sowie gut 85% der Ernte vernichtete. Die Kollateralschäden für die Panis-et-circenses-Politik Francos waren beträchlich, weshalb der Diktator alle namhaften Biologen des Landes mit der Erforschung der pelzigen Staatsfeinde und der Entwicklung von Strategien für ihre systematische Vernichtung beauftragte. Trotz der im großen Stil veruntreuten Steuergelder reichten die ihm zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel jedoch nicht aus, um seiner Exzellenzcluster-Initiative zu raschem Erfolg zu verhelfen, was schließlich – wie man weiß – das Ende seiner Diktatur einleitete.

Die Topologie überdauerte die Franco-Diktatur und war bald auch außerhalb der Iberischen Halbinsel anerkannte Teildiszilin der Biologie. Die theoretischen Resultate wurden in den Folgejahren in Australien praktisch erprobt, erwiesen sich jedoch noch als unzulänglich: Der Einsatz monoseptischer D17-Aminosäuren setzte nicht nur wie intendiert die Zeugungsfähigkeit der Maulwürfe herab sondern auch die sämtlicher einheimischer Beuteltierarten, während sich die aus Südamerika eingeführten Aga-Kröten als restistent erwiesen, wodurch das ökologische Gleichgewicht empfindlich und nachhaltig gestört wurde.

Infolge des Paradigmenwechsels der 90er Jahre betrachtet man den Maulwurf heute nicht mehr als Schädling, sondern erforscht seinen Nutzen für den zivilisatorischen Fortschritt. So fand man beispielsweise heraus, dass die von ihm angelegten unterirdischen Tunnelsysteme ausbaufähig sind. In vielen europäischen und nortamerikanischen Metropolen erweiterte man sie zu Verkehrsnetzen der Metro, und auch dem Entwurf des Eurotunnels lagen die unterirdischen Wanderpfade dieser Tiefbaupioniere zugrunde.

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3 Antworten so far »

  1. 1

    King Fisher said,

    Echt? Der Eurotunnel wurde von Maulwürfen entworfen?
    Grandios!

  2. 2

    tk said,

    Nur zum Verständnis: Hat Borges Gedichte über Maulwürfe geschrieben?

  3. 3

    S.T.Tick said,

    Nein, nicht dass ich wüsste. Hat Borges überhaupt Gedichte geschrieben? In einigen seiner Erzählungen hat er den wissenschaftlichen Essay fiktionalisiert, und Fiktives mit Authentischen, etwa historischen Fakten oder Figuren, verwoben. Pierre Menard, Autor des Quijote, ist eine seiner berühmtesten und am häufigsten analysierten Erzählungen, oder auch „Die analytische Sprache des John Wilkins“ (auf spanisch hier: http://www.sololiteratura.com/bor/borelidioma.htm), eine Kurzbiographie eines fiktiven Sprachwissenschaftlers in der Form eines Enzyklopädie-Eintrags. Die Erzählung hatte ich im Hinterkopf, als ich den Nonsens-Beitrag über Topologie geschrieben habe.


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