Archive for Querulieren im Netz

Pimp my blog

Tiefgrün vor Neid gafft D-Blogmarie mal wieder auf die Besucherzahlen von Germanys A-Bloggaz. Komplexe kriegt sie da, weil ihre eigenen immer so phlegmatisch die Nulllinie entlangdümpeln. Sie kann wirklich von Glück reden, dass sie noch nicht in die Miesen gerutscht sind. Und das nur, weil sie hier immer alles mit Urlaubsfotos vollpostet, die sie dann auch noch für relevant hält. Deswegen schreibt sie heute nicht, wie ursprünglich intendiert, über das, was ihr Kater heute gemacht hat, was so süß war, sondern bloggt zur Abwechslung mal genauso thematisch wie mit Sc**anz. Eine Prise SEO kann da auch nicht schaden. Sie arbeitet also mit einem Haupt-Top-Keyword, mit dem sie sich im Ranking nach oben juckelt, und einer Reihe von Neben-Top-Keywords, mit denen sie die Treffer streut. Rhetorisches Gedöns braucht sowieso kein Mensch, und erst recht nicht die erwartete Leserflut. Lässt sie also weg.

Für Sophie von Germany’s Next Topmodel ist der Traum von der Karriere auf dem Laufsteg nun geplatzt. Sie wird nicht mit Heidi Klum, Gisele, Raquel, Jenny und den anderen Girls nach Australien reisen. Google hingegen erlitt keinen derartigen Erfolgsknick und freut sich über die guten Quartalszahlen, die das Unternehmen heute nach US-Börsenschluss mitteilte. Im ersten Quartal 2008 konnte Google Umsatz und Gewinn erheblich steigern. Die Analysten hatten laut Spiegel Online mit einem Umsatz von 5,13 Milliarden Euro gerechnet, tatsächlich vermeldete Google für das erste Quartal laut Quartalszahlen 2008 einen Google-Umsatz 2008 von 5,19 Milliarden Euro, sowie einen Nettogewinn von 4,12 Dollar je Aktie. Haupt-Einnahme-Quelle von Google sind seit je her AdWords und AdSense. Um etwa 20% stieg in diesem Quartal die Zahl der Klicks auf gewerbliche Suchanzeigen. Die Google-Quartalszahlen können sich also sehen lassen, trotz der befürchteten Übersättigung an Online-Werbung. Börsenspekulanten werden diese Zahlen befriedigen, es bleibt abzuwarten, ob damit nun der Höhepunkt erreicht ist, oder dies noch nicht die Klimax war. Das Kreativ-Blog listet zum Vergleich die Quartalszahlen von Google für die Quartale des vergangenen Jahres mit je 3.66, 3.87, 4.32 und 4.83 Milliarden Dollar je Quartal, und weist darauf hin, dass Marc S. Mahaney, der Citigroup- Anal yst, die Aktie von Google, unverändert mit „buy“ einstuft und das Kursziel läge bei 600 USD.

Die Blogger-Community wird besonders die Entwicklung im Bereich AdWords und AdSense im Auge behalten, sich aber wohl auch verstärkt nach anderen Verdienstmöglickeiten mit Blogs umsehen, wie z.B. Trigami. Dadurch würde auch die tägliche, Zeit aufwändige Suche nach Top-Keywords wie Paris Hilton, Ikea und Co. überflüssig.

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Impressionen des Tages

  • Eine Perle aus der Kategorie „Irrelevante Relativsätze“, heute an der Aldi-Kasse belauscht: „Sie haben doch Uhren im Angebot, wo sind die denn? Mein Sohn, der ja jetzt Soldat ist, hat mich gebeten, ihm eine zu kaufen.“
  • Der Kollege, mit dem ich das Büro teile, hatte heute morgen sämtliche Rollos heruntergelassen und das Licht nicht angeschaltet. Auf irritierte Nachfragen sowie stichelnde Bemerkungen ob seiner rätselhaften Lichtempfindlichkeit reagierte er leicht gereizt, weshalb ich die Finger vom Lichtschalter ließ und mich heute mal mit dem schummrigen Widerschein meines Röhrenmonitors begnügte.
  • Wegen Abwesenheit des für die Übersetzung der Korrespondez zuständigen Kollegen legte man mir eine in ganz unglaublichem Bürokommunikationsdeutsch verfasste Kurzmeldung vor, die da etwa lautete: „Anbei das Dokument, erwarten das Okay bis zum Tag x. Nicht-Einhalten der Deadline heißt für Sie Verzögerung der Lieferung.“ Können Sie sich vorstellen, wie impertinent das für französische Ohren klingt? Ich bin nicht sicher, ob ich dem Feldwebelton wirklich die Schärfe habe nehmen können; nein, eigentlich habe ich das entrüstete „Oh là là“ der Adressatin förmlich hören können. Wahrscheinlich boykottiert sie jetzt aus Prinzip die Deadline, und ich bin schuld.
  • Ich fühlte mich seltsam erschlagen, als ich nach Hause kam, und ließ mich erstmal vor dem Fernseher nieder. 3Sat lieferte mir prompt die Erklärung für meinen akuten Phlegmatismus: Lichtmangel, so der Experte im Interview, sei schon heute ein Problem im Leben des seines Biorhythmus‘ entfremdeten Menschen und werde sich bald zu einem ernst zu nehmenden Störfaktor des Fortschritts entwickeln. Lichtmangel führe zu Müdigkeit, denn der Körper denkt: Dunkel, also schlafen. Morgen bleiben die Rollos oben. Da muss der Kollege eben morgens besser Acht geben beim Rasieren.

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Gestern Abi, heute wichtig

Neulich im Postfach: „Hallo Leute, wir haben uns ja seit dem Abi nicht mehr gesehen, da dachte ich, ich organisier mal ein Treffen!“

Ein Gestern-Abi-Heute-Wichtig-Event für Prahlhänse und Lebenslaufhuren gefällig? Mal wieder auf einer Profilierungsplattform testen, wie ausgeprägt die eigenen Imagecontrol-Fähigkeiten sind? Ich gehe von Zeit zu Zeit gerne zu Treffen dieser Art, nicht so sehr um mich selbst in Szene zu setzen, sondern um die anderen bei ihren Verrenkungen zu beobachten und mich am kalten Buffet zu laben. Das liefert immer genug Stoff für ein 5-Stunden-Telefonat mit der besten Freundin.

Zu den Spielregeln solcher Treffen gehören gewisse Verschleierungstaktiken der Sensationsgier aber einfach dazu, finde ich. Man lädt um der Wiedersehensfreude willlen, aus Nostalgie, um gemeinsam in Erinnerungen an vergangene Schultage zu schwelgen. Dass es einem vordergründig darum geht, den Status Quo des eigenen Lebens möglichst gewinnbringend mit dem der ehemaligen Mitschüler zu vergleichen (um es mal unter Vermeidung der sonst üblichen Metapher zu formulieren), das schreibt man zumindest nicht gleich in die Einladung. Wenn allerdings direkt auf den Einleitungssatz ein Lebenslauf in Kurzform folgt – und zwar so formuliert, als seien die Adressaten nicht die Freunde von damals, sondern die Personalabteilung der Firma, die diese ungemein attraktive Stelle zu besetzen hat – dann denke auch ich: Danke, ich gehe an dem Abend doch lieber ins Kino.

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Was schenke ich bloß…

Männer, ihr habt recht! Also manchmal zumindest, trotz der pränatalen Testosteronschwappe und ihren fatalen Folgen für euer Hirn. Aber in einem Punkt stimme selbst ich als Radikalfeministin euch zu: Frauen sind verdammt schwer zu beschenken! Das liegt an diesem ungeschriebenen Gesetz mit den unzähligen Paragraphen, die die Ausschlusskriterien für Geschenke festlegen, die nicht in Frage kommen. Was konkret in Frage kommt, steht da nicht. Wäre ja auch zu simpel für unsere hochkomplexen Denkapparate, mit denen eure kümmerliche Synapsenzahl nunmal leider nicht mithalten kann.

Anscheinend habe ich auch ein paar Nanogramm Testosteron im Blut, denn die Gesetzesexegese bereitet mir einige Schwierigkeiten. Paragraph Eins lautet: Geschenke müssen zweckfrei sein. Keine Dübelsortimente, keine Kondompackungen, keine Bierzeltgarnituren. Sondern Feminines mit einem Hauch von Luxus. Damit meine ich jetzt nicht die Douglas-Duschgel-Bodylotion- Geschenkgebinde, denn hier greift Paragraph Zwei: Geschenke müssen einfallsreich sein, in Verbindung mit Paragraph Drei: Sie müssen die Person als Ganze im Blick haben. Gerade Letzteres birgt Fallstricke, weil Frauen Geschenke immer als Botschaft an sie interpretieren. Schenkt man Martini, lautet sie: „Na, du kippst dir doch gern mal einen hinter die Binde…“. Bei Pralinen: „Auf deine Figur achtest du ja eh nicht“. Beim Kochbuch Leicht&Lecker: „Nimm das, gegen deinen Hüftspeck!“

Ich merke mir ja bewusst Geschenke, die Frauen anderen Frauen machen, aber die Lernprozesse wollen einfach nicht so richtig in Gang kommen. Da kommt unter dem selbstkreierten Geschenkpapier mit Klebebildchen und Schleifchen eine afrikanische Savanne zum Vorschein, in Form einer Sperrholzplatte mit grellbunten Fimotierchen und Origamipalmen, die Schadenfreude ist groß, man hat also nicht als Einzige mit der Wahl des Geschenks daneben gegriffen, aber dann macht die Reaktion der Beschenkten die Illusion zunichte: „Oh wie süüüß, wo hast du daaas denn gefunden, genau sowas such ich seit Monaten für die Wohnzimmerkommode!!“

Ich bin ja kein Spielverderber. Habe den Canetti im Buchladen gelassen. Den ungemein praktischen Multifunktionstaschenrechner doch nicht gekauft. Auch nicht den USB-Stick bei Conrad. Sondern eine Porzallankugel von der Größe einer Grapefruit mit preussischblauen Ornamenten, die gut zum Zwiebelmuster passen. Vermutlich ist sie als Tischdeko gedacht, das schließe ich aus der Tatsache, dass ich sie in der Haushaltswarenabteilung erstanden habe. Die ist a) auf das Service des Geburtstagskindes abgestimmt, erfüllt insofern Paragraph Drei und zeugt b) von großem Einfallsreichtum. In erster Linie ist sie natürlich zweckfrei, zweckfreier geht’s kaum mehr.

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Mehr Nutzhanf! Mehr Strohballenhäuser!

Sie sind noch unsicher, wen Sie wählen? Wollen Sodom entmachten und Gomorrha verhindern? Meine Empfehlung: Wählen Sie die Violetten, die Partei für spirituelle Politik!

Nie gehört? Dann hier in aller Kürze Parteiprofil und -programm, objektiv paraphrasiert mit Original-Zitaten von der Homepage der Violetten als Dreingabe:

Ziel ist eine Gesellschaftsordnung, deren Grundpfeiler „Selbsterkenntnis durch die individuelle spirituelle Entwicklung“, Liebe, Toleranz und das „Wohl allen Seins“ sind. Spirituelle Politik bedeutet, „das Verbindende statt des Trennenden zu betonen“ und „das Göttliche in allem[,] was ist[,] zu sehen“. Um Skeptikern jetzt gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, nein, „die Partei gehört keiner Sekte, Religion oder Glaubensgemeinschaft an“.

Für eine neue Ganzheitlichkeit handeln, das heißt zum Beispiel, das Gesundheitswesen von Grund auf umzukrempeln. Denn Krankheiten sind Manifestationen negativer energetischer Schwingungen, ergo muss man (mit naturheilkundlichen Methoden) vorbeugen und Körper, Geist und Seele jedes Bürgers in Einklang bringen.

Brisante Themen des aktuellen politischen Geschehens scheut man trotz ganzheitlicher Perspektive nicht und positioniert sich mit klaren Aussagen im Meinungsspektrum der Parteienlandschaft: „Aus dieser höheren Sicht ist die Zuweisung von Täter- und Opferrollen nicht mehr sinnvoll“ (nein nein, gemeint ist „aus höherer Sicht“: Sie müssen von der konkreten Situation schon abstrahieren!)

Ökologisches Denken zu fördern ist den Violetten ein Grundanliegen. Strohballenhäuser, so führt man an, seien eine sinnvolle Alternative zum „konventionellen Ziegelbau“. Nein, sie brennen nicht. Und ja, man kann auch mehrgeschossig bauen. Aber das Beste: „Um- und Anbauten sind leicht realisierbar“! Weiterhin könne man Plastik durch Nutzhanf als Universalrohstoff ersetzen. Nur um Missverständnissen an dieser Stelle vorzubeugen: „Nutzhanf ist vom Thema „Drogen“ strikt zu trennen, denn er ist THC-arm und daher zum „high-werden“ nicht geeignet…“ (Na na, was sollen denn diese ironischen Anführungsstriche und die sprechenden Auslassungspunkte am Satzende? Das wollen wir aber nicht gehört haben!) Nutzhanf eignet sich auch als Benzinersatz. Das habe schon Ford erkannt, der schon damals ein ökologisches „Auto vom Acker“ mit einer Karosserie aus Flachs, Hanf und Weizen entwickelt habe. (Glauben Sie nicht? Take a gram of soma!)

Was die Wirtschaftsordnung dieses unseres Landes betrifft, so erkennen die visionären Violetten den neuralgischen Punkt sofort: „In einer endlichen Welt kann es kein unendliches Wirtschaftswachstum geben!“ Sie können nicht folgen? Dann hier die Erklärung: Hätte Joseph bei Christi Geburt einen Pfennig angelegt, dann wäre der heute, allein durch die Zinsen, so viel Wert wie „216 Mrd. Erdkugeln aus purem Gold“. Und das ist ja wohl kaum möglich, q.e.d. Man will den Kapitalismus aber nicht gleich abschaffen. Nur die Schönheitsfehler etwas ausbessern, z.B. durch Komplementärwährungen. Das sind Währungen, die nur in bestimmten Regionen Zahlungsmittel sind und ergo selbige als Wirtschaftsstandorte stärken. Das gibt es tatsächlich, wie erläutert wird: den „Chiemgauer“ in Südbayern zum Beispiel. Und das kam so: „Das Schülerprojekt einer Waldorfschule wurde 2002 ins Leben gerufen und hat sich inzwischen zu einer ernstzunehmenden und regional gern gesehenen Zweitwährung entwickelt“. Ei, des wär doch s rischtische für Hesse! De „Äppler“, zwoehalb Äppler e Euro!

So, und jetzt auf zu den Urnen! Und vergessen Sie nicht: „Alles ist Schwingung„!

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Rohr-Ohr-Zucker

Eines vorweg: Ich kaufe nicht in Bioläden. Ich kenne zwar einen, aber da habe ich Hausverbot, seit ich wegen der unschönen Runzelstellen an den Karotten Preisnachlass verlangt habe. „Das ist Natur“, empörte sich Langhaar-Schorsch damals, schön und gut, entgegnete ich, aber da gibt es ja Mittel und Wege, vor allem Mittel, davon kauft man sich halt mal ein paar Kanister, besorgt sich noch kostengünstig einen ausrangierten Agent-Orange-Helikopter, sprüht den Mist auf die Felder und gut iss. Wahrscheinlich würde es auch reichen, wenn man statt dieser Energiesparfunzeln ein paar ordentliche 1.000-Watt-Neonröhren über dem Gemüseregal anbringen würde, die bügeln die Mäkel zumindest optisch aus. Dazu noch eine Sprinkleranlage für die Frische-Illusion, dann kaufe auch jeder klaglos seine Schrumpelmöhren und schneckenzerfressenen Kohlköppe, erklärte ich Langhaar-Schorsch, der mich daraufhin des Hauses verwies.

Sie brauchen jetzt gar nicht so empört nach Luft schnappen. Hand aufs Herz (wir sind ja unter uns), Sie kaufen doch auch keinen Fair-Trade-Kaffee, wenn der „Preistipp der Woche“ daneben nur halb so viel kostet. Der Wohlstand der Ersten Welt wird ohnehin überschätzt, das glauben doch diese Bootsflüchtlinge, die Spanien und Italien überschwemmen, dass hier die Geldbäume auf der Straße wachsen, die werden auch noch auf den harten Boden der realen Tatsachen fallen, von nix kommt nix, wir in Europa mussten uns schließlich auch unser hartes Brot erarbeiten. Und da kann man sich auch mal Erdbeeren gönnen, auch im Winter, die Brummi-Fahrer wollen schießlich auch von irgendwas außer der Hand im Mund leben. Die werden schließlich auch gebraucht und müssen sich nicht schämen, Ärzte, klar, das ist der ehrbarere Beruf, aber es kann ja nicht jeder Arzt werden. Außerdem, das darf man schließlich auch nicht vergessen, wir importieren die Erdbeeren im Winter ja aus den heißen Kontinenten und bezahlen in guten harten deutschen Euros und die wiederum stecken sie mir nichts dir nichts in die eigene Tasche, Doppelmoral ist da also schon auch mit im Spiel. Mit der Erderwärmung wird das eher noch besser, je heißer, desto mehr Erdbeeren kann man auch anbauen. In der Opferrolle sehe ich persönlich da niemanden.

Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf und kehren zu unserem Bioladen zurück. Ohne Quechua-Suaheli-Urdu-Deutsch-Wörterbuch hat man da ja zum Teil gar keine Chance, weil die ja auch nichts in gescheiten transparenten Plastiktüten verpacken. Ich kaufe doch kein Jute-Säckchen, nur, weil da „Quinoa“ draufsteht. Von den Amaranth-Samen habe ich mir mal einen Karton zugelegt, als mir die Geranien auf dem Balkon alle erfroren sind, so exotische Amaranth-Blüten machen schon was her, dachte ich. Leider haben die Tauben sämtliche Kübel restlos leergepickt, und denen sind die Samen derart auf den Magen geschlagen, dass ich den ganzen Tag gebraucht habe, um den Dreck vom Geländer zu kratzen. Den hätte ich eigentlich eintüten sollen, in transparenten Plastikbeuteln, und bei Langhaar-Schorsch zurück ins Regal stellen, direkt neben die Amaranth-Samen, aber wir sind ja zivilisierte Leute.

Lange Rede, kurz und gut, da sieht man wieder, dass zu viele Fremdsprachen im Hirn kollidieren und bloß Chaos veranstalten, jedenfalls hat das Deutsch der Bioproduktentwickler heftig darunter gelitten. Denn was lese ich auf der Biozucker-Tüte?

rohrzucker3.jpg Rohr-Ohr-Zucker?

Ja glaubt man da noch, dass Produkt-Namen vom Marke-Tingmana-Gement über Wer-Best-Rate-Gen bis hin zu den Kata-Logset-Zern gut und gerne 10 Instanzen durchlaufen, bis sie auf der Verpackung landen? Richtig eingesetzt können Bindestriche durchaus dazu beitragen, den Sinn von Wortkomposita zu desambiguisieren. Ich werde gleich mal einen Brief aufsetzen: „Lieber Langha-arsch-orsch!“

 

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Wie man sein Blog bekannter macht

Sich bei Bekannten anbiedern, für den individuellen Header seinen Bauchnabel ablichten, Themen wählen, die mehr hergeben als die letzte Vereinssitzung vom TSV Arschbackenwalde. Was tut man nicht alles, und trotzdem ähnelt der Graph in der Blogstatistik eher dem Höhenprofil Ostfrieslands als der Inflationsentwicklung von 1923. Zugegeben, die offiziellen WordPress-Tipps sind im Ansatz nicht verkehrt. Extrembloggern wie mir fehlt da aber das Tüpfelchen auf dem i, das Minzblatt auf der Crème brûlée, der Schuss Tee im Whiskey. Ich bitte jetzt um Kniehymnen, Blumenfälle und Lobessträuße, denn ich habe extra für Sie eine Überdosis Dextroenergen eingefahren, mein Hirn mit einem gezielten Griff in die Steckdose stimuliert und folgenden Ideenpool in die Tasten gehämmert. Auf das bald die Hedge-Fonds-Geier geifernd Ihr Blog umkreisen!

  1. Feilen Sie an Ihrem Stil, konsultieren Sie von Zeit zu Zeit zu Zeit den Duden. Sie werden überrascht sein, es gibt eine ganze Menge Synonyme für „tun“.
  2. Ihre Leser wollen wissen, wessen Ergüsse sie vor sich haben. Legen Sie deshalb ein Profil an. Kleine Beschönigungen der Tatsachen sind durchaus erlaubt. Schreiben Sie nicht „Dieter, 43, Elektroinstallateur“, sondern besser „Ramona, 22, exotische Tänzerin“. Googeln Sie nach Fotos Ihrer letzten Auftritte im Crazy Horse und beim Karneval in Rio und erstellen Sie eine Bildergalerie. Sie müssen sich nicht auf allen Fotos gleich ähnlich sehen, auf die Haarfarbe achtet eh niemand.
  3. Keine Scheu vor Konfrontationen, schreiben Sie kontrovers! Hier ein paar Themenvorschläge:
    • Atomwaffensperrvertrag – Geißel des Okzidents
    • Ja zur Privatisierung der Trinkwasserressourcen
    • Erfolgsmodell Hartz IV
    • Welthungerhilfe oder wo unsere Milliarden versacken
  4. Definieren Sie eine Kategorie „Firmeninternes“ und betätigen Sie sich als Enthüllungsjournalist. Berichten Sie, wie Herr L. sich neulich im Kundengespräch so empfindlich im Ton vergriffen hat, wer für den Büromaterialienschwund verantwortlich ist und warum Frau B. und Herr M. so bereitwillig gemeinsam das Kellerarchiv aufgeräumt haben. Schicken Sie dann eine Rundmail mit Ihrem Link an alle Kollegen, mit der Betreffzeile „HEY HEY HEY, mein neues Blog!“
  5. Sie sind für die Pflege der Firmenhomepage zuständig? Dann setzen Sie Ihren Bloglink doch einfach direkt unters Fimenlogo!

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