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Es war einmal… Fasching ’88

Es könnte auch ’87 gewesen sein, oder ’89. Ob ich Marienkäfer, Pilz oder Squaw war, hat mein Gedächtnis auch inzwischen getilgt. An meine Kassette mit den Fassenachtsschlagern kann ich mich aber genau erinnern, was müssen meine Eltern damals gelitten haben! Ich nahm sie natürlich auf jede Faschingsfete zu Freunden und in die Schule mit und trällerte mit Inbrunst im Chor mit Gottlieb Wendehals:

… denn jetzt geht sie los, unsre Pol-lo-näää-se
von Blankenese bis hinter Wuppertaaal
Wir ziehen los, mit ganz großen Schritten
und Erwin fasst der Heidi
von hinten an die … Schulter!

Dass der letzte Vers sich gar nicht reimte, bereitete mir allerdings Kopfzerbrechen. Dabei gab es doch ein Wort, mit dem er sich reimen würde: Rücken! Ich fragte meiner Mutter Löcher in den Bauch, warum die denn nicht singen „von hinten an den Rücken“. Die Erklärungen überzeugten mich nicht: dass sie es auch nicht wisse, nahm ich ihr nicht ab, und dass das doch lustig sei, einfach mal ein anderes Wort zu singen, entsprach nicht meiner Vorstellung von Humor.

Ich ließ mich nicht beirren: Die mussten sich einfach geirrt haben! Und so sang ich lauthals krakelend bei jeder Polonäse durchs Klassenzimmer oder das Kinderzimmer der Freundin:

und Erwin fasst der Heidi
von hinten an den Rüükk-kenn!

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