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Maulwurfvernichtung: Klappe, die zweite

Ja, Sappralot, was weiß denn ich, wie Sie Ihr Maulwurf-Problem in den Griff bekommen! Wenn’s alles nicht hilft, saufen Sie ihn sich halt schön!

Wäre ich Gärtner und dies meine Firmenhomepage, würde ich meinem Suchmaschinenoptimierdienstleister auf der Stelle Haus und Hof vermachen. Bin ich aber nicht, und für Suchmaschinen ist mein Blog offensichtlich eher suboptimal aufbereitet.

Nun will ich Sie aber auch nicht enttäuschen. Wo Sie doch schon mal hier sind. Deshalb habe ich meinerseits Frau Prof. Dr. Dr. rer. nat. Gugl befragt und tatsächlich eine Methode gefunden, die sogar erst kürzlich prämiert wurde. Und die geht so: Sie legen Ihr Grundstück mit Metallstangen aus und verbinden selbige mit einer Starkstromleitung. Das Kohlehäufchen, das anschließend übrig bleibt, war früher der Maulwurf, der Ihnen so viele schlaflose Nächte bereitet hat.

Nur eines sollten Sie unbedingt beachten: Verlassen Sie das Grundstück, bevor Sie das Erdreich grillen. So steckt der Teufel eben manchmal im Detail: denn das hatte der Erfinder der Methode – er ruhe in Frieden – leider nicht bedacht.

Der postume Ruhm sei ihm gegönnt. Wir gratulieren ganz herzlich zum Darwin Award!

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Maulwurfvernichtung

Gestern fanden drei Leser durch die Suchwortkombination „Maulwurf Vernichtung“ in mein trautes interaktives Heim.

Das KANN kein Zufall sein. Ich habe natürlich sofort mental die Geschehnisse rekonstruiert.

In der Schrebergartenanlage Donnersberg-Kleinvierwiesenhahn hat er in der Nacht zum Sonntag zugeschlagen, der gemeine Talpa Europaea. Gewissenhaft und lückenlos hat er den mit der Pinzette in Form gestutzten englischen Rasen der Herren Nöll, Bauer und Stieger, resp. Kassenwart, Satzungsverantwortlicher und Vereinsleiter der „Veilchenfreunde Donnersberg e.V.“, umgepflügt. Gartenzwerge gingen zu Bruch, Stiefmütterchen kamen zu Tode, und die Nachbarn wechselten fortan grußlos die Straßenseite, wenn ihnen die Herren Nöll, Bauer und Stieger begegneten. Haben sich doch just für nächste Woche die Juroren des Wettbewerbs „Deutschlands schönstes Fleckchen“ angekündigt, man hat den Asti spumanti in der Teeküche des Bürgerhauses schon kalt gestellt und dem Kopfsteinpflaster der Hauptstraße eine Spezialpolitur gegönnt.

Und nun so etwas. Wo der Rundgang der Juroren doch ausgerechnet in der Schrebergartenanlage beginnen sollte. Da kommt den Herren Nöll, Bauer und Stieger plötzlich der Gemeinsinn abhanden und sie lassen ihr Flurstück ruch- und gewissenlos verlottern.

Die Herren Nöll, Bauer und Stieger waren indes nicht minder empört. Herr Nöll lief puterrot an vom Brusthaar bis zur Glatze, als er des Ausmaßes der Verwüstung gewahr wurde. Herr Bauer stakste derb fluchend mit erhobenem Rechen von Erdhügel zu Erdhügel, zerteilte den ein oder anderen und hockte sich schließlich lauernd vor einen Haufen noch feuchter Erde, wo er ergebnislos den Rest des Nachtmittags verharrte. Herr Stieger ertränkte das Trauerspiel ohne zu zögern in Kerosin, erst hinterher fiel ihm ein, dass nun auch das, was vom Grünkohl noch übrig war, nicht mehr zu gebrauchen ist.

Der Maulwurf zeigte sich von all dem wenig beeinduckt. Sein Triumphgebaren war indes voreilig: Seine Kontrahenten hatten vielleicht die Schlacht verloren, aber nicht den Krieg, nein, den noch lange nicht!

Man fand sich dann tags darauf bei Herrn Bauer ein, um sich über die Kampfstrategie zu verständigen. Herr Bauer hat nämlich erst kürzlich einen Heimcomputer erworben und kennt sich aus in diesem worldweit Wepp, das man mal fragen könnte, ob es weiß, wie man Maulwürfe vernichtet.

Man versammelte sich also vor dem Bildschirm, Frau Bauer brachte Wurstschnittchen und Weißbier. Man fachsimpelte, tippte hier, klickte da, bedachte jeden Schritt mit skeptischem Grunzen, hochkonzentriertem Stirnrunzeln oder bedächtigem Kopfnicken als Ausdruck tiefen Verständnisses. So recht preisgeben wollte sie erst nix, die Maschine, dann aber, endlich, entlockte man ihr doch das Geheimnis wirkungsvoller Schädlingsbkämpfung!

Monoseptische D17-Aminosäuren, so behauptet das Internet, haben schon Australien vom Maulwurfbefall befreit. Da dürfte dann die Schrebergartenanlage Kleinvierwiesenhahns, die in ihrer Ausdehnung schätzlungsweise höchstens halb so groß ist, kein Problem darstellen. Die Wissenschaft, die sich mit Maulwürfen beschäftigt, so das Internet, heißt Topologie.

Zufrieden schnaufend griff Herr Bauer zum Notizblock und notierte: „Monoseptische D17-Aminosäuren. Topologie. Bücher besorgen“. Schon sah die Zukunft nicht mehr gar so finster aus, man dekorierte sich im Geiste schon mit den Siegerschärpen des Stadtverschönerungswettstreites und besiegelte den Pakt im Kampf gegen das Untier mit einem kräftigen Handschlag.

Meine Herren, ich bin glücklich, Ihnen weitergeholfen zu haben, proste Ihnen ganz herzlich mit meinem Pfefferminztee von meinem Platz hier hinter Ihrem Bildschirm aus zu und halte Ihnen sämtliche Daumen für den Tag der Entscheidung!

Ach und… wenn Sie mit Ihrer Lektüre der Topologie-Bücher beim Satz von Tychonoff angelangt sind, melden Sie sich nochmal, ja? Ich hätte da ein paar kleine Verständnisfragen…

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Wissenschaft erklärt – heute: Topologie

Die Topologie ist ein Teilgebiet der Biologie und beschäftigt sich mit Maulwürfen. Der Terminus ist ein Lehnwort aus dem Spanischen („topología“) und setzt sich zusammen aus „topo“ – Maulwurf – und „logía“ – Lehre. Die Topologie ist eine verhältnismäßig junge Disziplin und hat ihren Ursprung in der Maulwurfplage, die Spanien 1974 heimsuchte und die fast sämtliche Stierkampfarenen des Landes in unwirtliche Erdhügelfelder verwandelte sowie gut 85% der Ernte vernichtete. Die Kollateralschäden für die Panis-et-circenses-Politik Francos waren beträchlich, weshalb der Diktator alle namhaften Biologen des Landes mit der Erforschung der pelzigen Staatsfeinde und der Entwicklung von Strategien für ihre systematische Vernichtung beauftragte. Trotz der im großen Stil veruntreuten Steuergelder reichten die ihm zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel jedoch nicht aus, um seiner Exzellenzcluster-Initiative zu raschem Erfolg zu verhelfen, was schließlich – wie man weiß – das Ende seiner Diktatur einleitete.

Die Topologie überdauerte die Franco-Diktatur und war bald auch außerhalb der Iberischen Halbinsel anerkannte Teildiszilin der Biologie. Die theoretischen Resultate wurden in den Folgejahren in Australien praktisch erprobt, erwiesen sich jedoch noch als unzulänglich: Der Einsatz monoseptischer D17-Aminosäuren setzte nicht nur wie intendiert die Zeugungsfähigkeit der Maulwürfe herab sondern auch die sämtlicher einheimischer Beuteltierarten, während sich die aus Südamerika eingeführten Aga-Kröten als restistent erwiesen, wodurch das ökologische Gleichgewicht empfindlich und nachhaltig gestört wurde.

Infolge des Paradigmenwechsels der 90er Jahre betrachtet man den Maulwurf heute nicht mehr als Schädling, sondern erforscht seinen Nutzen für den zivilisatorischen Fortschritt. So fand man beispielsweise heraus, dass die von ihm angelegten unterirdischen Tunnelsysteme ausbaufähig sind. In vielen europäischen und nortamerikanischen Metropolen erweiterte man sie zu Verkehrsnetzen der Metro, und auch dem Entwurf des Eurotunnels lagen die unterirdischen Wanderpfade dieser Tiefbaupioniere zugrunde.

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