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Übersetzung und ihre Tücken

Heute wieder: Spaß mit Google. Da sucht man ganz arglos nach Erläuterungen zur Polya-Urne, hat die Spracheinstellungen nicht angepasst, und findet so durch Zufall heraus, dass das Ding auf spanisch tatsächlich „urna de Pólya“ heißt. Hätte man die Homophonie mit „polla“ nicht wenigstens durch einen Akzent auf der zweiten Silbe entschärfen können?

Nun kann es ja auch sein, dass mein nicht-muttersprachliches und daher unvollkommenes mentales Assoziationsnetz mir hier ein Schnippchen schlägt. Muss ich mir Sorgen machen, weil mir sofort die vulgäre Bedeutung in den Sinn kommt? Sexualneurose, krankhafte libidinöse Besetzung meines Wortschatzes als Kompensation für irgendwas? Denkbar, ein Blick in den Salamanca fördert jedenfalls noch fünf weitere Wortbedeutungen zu Tage.

Wobei es das auch schon mal gab. Als nämlich Mitsubishi sein neuestes Modell „Pajero“ nannte. Bei der Namensgebung hatte man von Anfang an den südamerikanischen Markt im Blick, für den Produktnamen stand (Wiki zufolge) eine Katzenart der Pampa Pate. Nun ist „pajero“ ein Teekesselchen und geläufig vor allem als Schimpfwort für Männer, die… nun ja… nur sich selbst brauchen, um Spaß zu haben. Was man allerdings erst nach der Markteinführung merkte. Das Hallo war in der spanischsprachigen Welt entsprechend groß, und man taufte den Wagen für die betroffenen Länder eilig in „Montero“ um. Trotzdem las man in der Folge pikierte Ermahnungen, man solle halt nicht immer gleich so abwegig assoziieren, schließlich bedeute „pajero“ in erster Linie „Strohhändler“. Soviel zur Polysemie mancher Wörter.

Welche Reaktionen die „urna de Pólya“ so auf den Plan ruft, habe ich mich dann natürlich auch gefragt. In einem Vorlesungssaal mit etwa 20-jährigen und zumeist männlichen Mathematikstudenten im dritten Semester? Wahrscheinlich ähnliche wie die unsrige in der Französisch-Übersetzungs-Übung, als eine Kommilitonin den Satz „Auf der Bühne wippte er lässig im Takt der Musik, während das Publikum tobte“ übersetzte mit „… il se branle nonchalamment… „. Auf der Bühne. Vor begeistertem Publikum. Der Ausdruck blieb hängen, was man vom restlichen Stundenverlauf nicht behaupten konnte.

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